Im Dezember 2013 bat mich der damalige Bürgrmeister Schulenbergs, Detlef Henke, für die geplante Umsedlungsfeier „60 Jahre Schulenberg“, eine Chronik zu erstellen. In der kurzen Zeit war es einfach nicht möglich, das zu schaffen . Erst durch die „Freistellung von der Ar- beit“, sprich Altersteilzeit beziehungsweise Vor- ruhestand, hatte ich Ruhe und Zeit und Möglichkeiten und war „auf Achse“. Stationen waren Archive und Bibliotheken in Hannover Springe, Wolfenbüttel, Clausthal, Hildeshei~ sowie das Bildarchiv Ahrends in Bad Harzburg. Im Mittelalter um das Jahr 1000 spielte der Berg- bau im Oberharz schon eine große Rolle. Als Ers- ter tauchte der Vertreter des König, der Reichsvogt Volkmar von Wildenstein (1173 bis 1191) auf. Er war der Gründer des Klosters Neu- werk in Goslar und hatte umfangreichen Waldbe- sitz und Schmelzhütten im Oberharz. Die Burg der Herrn von Wildenstein im Okertal wurde auf Druck des Rates der Stadt Goslar 1288 abgeris- sen und von da an verschwand die Macht der Herrn von Wildenstein . Die freie Reichsstadt Goslar vergrößerte ihren Einfluss über die Stadt- grenzen hinaus bis in den Oberharz. Im Jahr

1695 hatte die Stadt Goslar noch freie Hude und Weide bis an das Weiße Wasser und den Rie- senbach bei Schulenberg.

Durch den Riechenberger Vertrag 1552 änderten sich die Machtverhältnisse im Oberharz. Die Braunschweiger Herzöge investierten Mitte des 16. Jahrhunderts viel Geld in den Bergbau im Oberharz und er begann aufzublühen. Ohne Forstwirtschaft, Sägemühlen, Wasserwirtschaft, Pochwerke, Köhlerei und Hüttenwesen wäre keine Gewinnung von Blei, Kupfer und Silber möglich gewesen. Durch die Erfindungen des Kehrrades und des „Krummen Zapfens“ konnten Gruben, die abgesoffenen waren , durch hölzerne Pumpen entleert und begehbar gemacht werden. So konnten die Bergleute noch tiefer vordringen. Mit dem Ende des Bergbaues in Festenburg und Oberschulenberg um 1800 wurde es mit der Ar- beit im Bergbau immer schwieriger und als 1904 auch in Mittelschulenberg die „Grube Juliane so- phie“ geschlossen wurde, lag der Bergbau in Schulenberg am Boden. Viele Bergleute suchten sich an anderen Orten eine neue Arbeit. Die Bergleute, die in Schulenberg blieben, fanden in der Forstwirtschaft neue Arbeit. Aber mit der Ein- führung der Motorsäge und Umstrukturierungen wurden i~mer weniger Waldarbeiter benötigt. Waren es in den 50er Jahren über 50 Beschäf- tigte in der Forstwirtschaft, die im Bereich von Schulenberg lebten, sind es heute nur noch drei: ein Förste_r, ein Forstwirt und ein Verwaltungsan- gestellter Im Geschäftszimmer in Clausthal Die erSte Nachricht über ein Gebäude im B~reich Schulenbergs taucht 1466 in den Wolfenbütteler Akten au!. Es iSt die Sägemühle am Weißen Wass~r, die aber wohl noch älter ist. Das Zechen- haus in Oberschulenberg ist das älteste noch vorhandene Gebäude und wurde erstmals im 16 Jahrhundert errichtet. Ab dem Jahre 1953 ent~ standen die ersten neuen Häuser auf dem klei- nen Wiesenberg, etwa 100 Meter oberhalb von Unterschulenberg. Grund für die Umsiedlung war der Bau der Okertalsperre. Die Orte Gemkenthal Unter- und Mittelschulenberg wurden aufgege~ ben und 1955 abgerissen. Die Umsiedlung fand am 28. August 1954 statt. Durch die Okertal- sperre gab es keine großen Überschwemmun- gen mehr in Oker und dem Harzvorland. Zudem werden seit 1973 Städte und Ortschaften in Norddeutschland mit Trinkwasser versorgt.

Die Okertalsperre ist auch eine große touristische Attraktion . Viele tausende Besucher kommen jedes Jahr und bestaunen sie, oder fahren mit der „Aqua Marin“ die Anlegestellen am Okerstau- sees an. Nach Schulenberg kommen Touristen um zu wandern und sich zu erholen, oder im VW-Schulungsheim weitergebildet zu werden. Der Tourismus erlebte hier auf dem „Balkon des Harzes“ seine Blütezeit in den 1970/80er Jahren. Der Inhalt der Ortschronik von Schulenberg be- steht zum größten Teil aus Berichten von Recher- chen aus Büchern und Akten. Ich erhebe nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, man hätte auch auf über 600 Seiten berichten können. Auf The- menbereiche wie Geologie, Mineralien, Flora und Fauna konnte aus Platz- und Zeitgründen nicht eingegangen werden. Mit dieser Arbeit hoffe ich einen Grundstock der Geschichte im Bereich Schulenberg im Oberharz gelegt zu haben.

Karl-Heinz Buchmeier
Tischlermeister i. R., Schulenberg im Oberharz,
E-Mail : kallebuchmeier@gmx.de